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Wundheilung: So minimieren Sie Narben

Credit: Stocksy

Nach einer Verletzung der Haut entstehen bei der Heilung oft auffällige Narben, die dann das Aussehen und das persönliche Wohlbefinden stark beeinträchtigen können. Um nach einem Eingriff die Wahrscheinlichkeit einer Narbenbildung so klein wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass die Wundheilung optimal und ohne Beeinträchtigung verläuft.

Die Wundheilung wird meist in drei Phasen eingeteilt: die Exsudationshase, die Granulationsphase und die Epithelisierungsphase.

Die erste Phase der Wundheilung

Nach einer Verletzung der Haut, sei es eine unbeabsichtigt zugezogene Wunde, oder ein strategisch gesetzter Schnitt bei einer Operation, kommt es zunächst zu einer Blutung. Das Ziel des Körpers ist möglichst wenig Blut zu verlieren, weswegen schon nach kurzer Zeit die Blutstillung und die Blutgerinnung einsetzen. Diesen Vorgang nennt man auch Hämostase. Hierbei ziehen sich die feinsten Blutgefäße der Haut zusammen, sodass weniger Blut hindurchfließen und in der Wunde austreten kann. Blutplättchen, oder Thrombozyten sammeln sich an der Wundoberfläche und haften an den Kollagenfasern der Haut und verstopfen so die Wunde. Gerinnungs- und Wachstumsfaktoren werden aktiviert um ein stabiles Netz zu bilden, was die Wunde verschließt.

Darauf folgt immer die inflammatorische Phase, also die Entzündungsphase. Hierbei werden Makrophagen zur Wunde geschickt um dort Bakterien, Viren und andere Keime, die Krankheiten auslösen können, zu zerstören, was eine Entzündungsreaktion hervorruft. In dieser Phase ist es wichtig, die richtige Wundauflage zu wählen, sodass die Wunde nicht austrocknet, aber auch die Mazeration der Wunde verhindert.

Die zweite Phase der Wundheilung

In dieser Phase bildet sich neues Granulationsgewebe, welches das verletzte Gewebe ersetzt und gegebenenfalls das fehlende Gewebe wieder auffüllt. Die Wundränder werden zusammengezogen und die Wunde beginnt sich zu schließen. Das in der ersten Phase gebildete Fibrinnetz wird abgebaut und durch Kollagenfasern ersetzt. Es entsteht eine Matrix, die die Wunde zusammenhält. Für die Granulationsphase sind die hellroten glasigen Kügelchen, die sich an der Wundoberfläche bilden charakteristisch. Diese bestehen aus vielen, äußerst feinen Kapillaren, die das neugebildete Gewebe mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Bei einem guten Wundheilungsverlauf bilden sich eine klar erkennbare Struktur, die durch die Fibroblasten gebildet wird. Das sogenannte Fibrin wird vom Körper wieder abgebaut, sobald stabiles Kollagen im Gewebe aufgebaut wurde.

Die dritte Phase der Wundheilung

Die Epithelisierungsphase ist die letzte Phase der Wundheilung und dauert auch am längsten. Während die erste und zweite Phase nur jeweils ein bis drei Tage lang dauert, kann sich diese Phase der Wundheilung über mehrere Wochen ziehen. Die Wunde schließt sich einerseits dadurch, dass das Granulationsgewebe langsam an Wasser und Kapillaren verliert und so eine Schrumpfung erfolgt und andererseits dadurch, dass sich Narbengewebe bildet, in welchem vermehrt Kollagenfasern gebündelt werden, die die Wundränder vernetzen und stabil halten. Epithelzellen verschließen letztendlich die Wunde.

Narbengewebe vermindern

Das bei der Wundheilung gebildete Narbengewebe ist leicht von intaktem Hautgewebe zu unterscheiden, da es keine Pigmentzellen enthält und sich so farblich stark von der Haut unterscheiden kann. Auch werden keine neuen Haarfollikel oder Schweißdrüsen gebildet. Wichtig ist, dass die Wundheilung ungestört verlaufen kann. Deswegen sollte das Gewebe geschont werden und die richtigen Verbände und Wundauflagen gewählt werden. Auch ein regelmäßiges Check-up des Heilungsverlaufs und ein Verbandswechsel sind essentiell. So kann bei einem idealen Heilungsverlauf von kleinflächigen Wunden die richtige Narbenpflege helfen, um ein flaches, wenig auffälliges Narbenbild zu erreichen.

Von:
Online Redaktion
14. Februar 2021