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Minimal Invasiv

Medical Bodybuilding

Credit: Pexels

Text: Regina Stahl

An der berühmten Münchner Maxilimianstrasse eröffnete Dr. Timm Golüke 2004 seine Praxis. Klassische Dermatologie wie Behandlungen von Muttermalen, Akne, Ekzemen oder Allergien gehört genauso zu seiner Expertise wie kosmetische Treatments für Gesicht und Körper. Regina Stahl fragte nach, wie Man(n) sich halsabwärts in best Shape bringen kann.

Nicht nur Münchner, auch Patienten aus aller Welt vereinbaren Termine bei Timm Golüke, der ein Board Cert für England besitzt und regelmäßig in London praktiziert. Der schlanke Fast-2-Meter-Mann verkörpert einerseits ein Frauenidol – und entspricht andererseits genau dem Ideal vieler Männer, wie sie gern aussehen würden. 70 % seiner Klientel sind weiblich, die übrigen 30 % setzen sich aus Männern jeder Altersgruppe zusammen. „Das Hauptproblem – gerade bei Männern – sind Bauch und Hüften“, so der Arzt. Aber – schränkt er ein – „man muss sich darüber im Klaren sein, dass eine Körperbehandlung keine Gewichtsreduktion ersetzt. Ich empfehle meinen Patienten zuvor eine Umstellung der Ernährung und regelmäßigen Sport, am besten mit Beratung und unter Aufsicht in Institutionen wie dem Lanserhof am Tegernsee. Ein anschließendes Treatment kann dann als Finetuning angesehen werden.“ Golüke erklärt, dass es unterschiedliche Arten von Fetten gibt. Dermatologisch mit Kälte behandelt werden können Fettzellen, die oberhalb der Bauchmuskulatur sitzen: „Man nennt das Coolsculpting.“ Bei der Kryolipolyse wird das Fettgewebe mit leichtem Unterdruck angesaugt und stark herunter gekühlt, mit dem Ziel, die Fettzellen zu zerstören. In den Wochen nach der Behandlung baut der Organismus sie dann nach und nach ab. „Handelt es sich um den sogenannten Bierbauch, also festes Fett, das sich um die Darmschlingen legt, hilft nur konsequentes Abnehmen.“


Drei bis sechs Monate nach der Kryolipolyse sieht man das Ergebnis. In der Zwischenzeit sollte man sich weiterhin gesund ernähren und den Sport treiben, der einem am meisten liegt. „Ich selbst jogge nie, weil ich schon nach einer Minute Seitenstechen bekomme“, verrät der Arzt. „Aber ich laufe gern schnell, stelle mir das auf der Apple Watch ein – täglich eine Stunde.“


Außerdem gibt es neue Geräte wie „Emsculpt“ oder „StimSure“, die – vergleichbar mit EMS (Elektrische Muskelstimulation) – mit elektromagnetischen Wellen arbeiten: „Eine Kombination von Muskelaufbau und Fettabbau.“ Sogar der Po würde damit straffer und ausdrucksvoller aussehen – vorausgesetzt, man nutzt das Treatment regelmäßig. Zuerst vier Behandlungen innerhalb von zwei Wochen, im Anschluss alle zwei Wochen eine Sitzung, jeweils ca. 20 Minuten.


Aus Korea kommt „Ultraformer“, der mit physikalischer Wärme die Fibroblasten der Haut anregt, neues Kollagen zu bilden. Das führt zu einer Straffung – „auch sinnvoll nach einer Schwangerschaft“, so Golüke. Dauer eines solchen Skin Tightenings, das auch für Oberarme empfehlenswert ist: 45 bis 90 Minuten.
Ideal für sogenannte Krisselhaut-Gebiete, z. B. oberhalb des Knies oder auf der Innenseite der Oberarme, ist die unvernetzte Hyaluronsäure „Profhilo“, die in die entsprechenden Regionen gespritzt wird – zweimal im Abstand von vier Wochen.


Während Körperpflege mit Cremes oder Lotionen gerade bei Frauen zum täglichen Ritual gehört, stehen die meisten Männer dem „Schmieren“ noch skeptisch gegenüber, hat Timm Golüke bemerkt. „Vor allem die Beine sind wichtig, denn wenn beim Sockenausziehen der Schnee (die trockenen Hautschüppchen) rieselt, wirkt das total unsexy.“ Bisher benutzt er selbst am liebsten Produkte von La Roche Posay aus der Apotheke. Ab Herbst wird es aber innerhalb seiner eigenen Pflegelinie Royal Fern eine Lotion geben: „Mit dem typischen Königsfarn-Komplex und Urea. Unisex und ohne Duftstoffe, damit man damit jedes Parfum kombinieren kann.“


Kryolipolyse: ab 850 €,
Emsculpt bzw. StimSure: pro Behandlung ca. 400 €,
Ultraformer: ab 1.000 €, Profhilo: ab 330 €

Von:
eternal Beauty Redaktion
8. August 2021