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Dental Care

Eigenblutpräparate: So helfen sie bei der Wundheilung

Von Pia Scheiblhuber 4. Oktober 2021
Credit: Unsplash
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Allein das Geräusch des Bohrers, das man aus einem der Behandlungszimmer bis in den Wartebereich hört, löst in den meisten Menschen Unwohlsein aus. Steht dann auch noch ein größerer Eingriff an, mutiert der Zahnarztbesuch zu einer regelrechten Mutprobe. Doch bestimmte Behandlungstechniken können auch für einen angenehmen Verlauf eines zahnchirurgischen Eingriffs sorgen. Eigenblutpräparate sind ein Beispiel hierfür. Diese helfen, den natürlichen Wundheilungsprozess auf schonende Weise zu beschleunigen.

Fibrin Hauptakteur der Eigenblutpräparate

Die Behandlung mit Eigenblut wird oft als PRF-Therapie bezeichnet. Bei PRF (Platelet Rich Fibrin) handelt es sich um eine thrombozytenhaltige Fibrinmatrix. Das Protein Fibrin ist so vielversprechend für die Wundheilung, da es zur Blutstillung beiträgt und als eine Art Barriere fungiert. Es verhindert nämlich, dass schädliche Stoffe in den Körper geschleust werden. Somit trägt PRF dazu bei, dass der Heilungsprozess nach einer chirurgischen zahnärztlichen Behandlung schneller und mit einem sehr geringen Komplikationsrisiko verlaufen kann.

So entstehen Eigenblutpräparate

Eigenblutpräparate basierend auf PRF sind aus dem Grund so schonend und effektiv, da sie nicht mit Gerinnungshemmern angereichert werden müssen, um positiv auf die Wundheilung zu wirken. Allein die Entnahme von Eigenblut aus der Vene eines Patienten ist nötig, um PRF zu generieren. Nach Blutabnahme steht die Zentrifugation des Blutes mit ca. 3000 Umdrehungen pro Minute an. Das Ganze dauert bis zu zehn Minuten. Das Resultat: Drei Schichten sind im Reagenzglas nach dem Zentrifugieren zu sehen, darunter eine Verklumpung aus Fibrinen. Dabei handelt es sich um das für die Wundheilung relevante Präparat aus Thrombozyten, Leukozyten und einer großen Menge Wachstumsfaktoren.

Effektiv bei offenen Wunden und in der Implantologie

Das große Potential der Eigenblutpräparate liegt in der harmonischen und effektiven Wechselwirkung zwischen PRF und dem Gewebe im Mundraum. Besonders bei offenen Wunden und in der Implantologie können Eigenblutpräparate den Heliungsprozess stark beschleunigen und die Patienten vor Schmerzen schonen. Auch synthetische Ersatzmaterialien zur Auffüllung oder Abdeckung von Gewebefehlern können mit Eigenblut angereichert werden, was sie verträglicher macht.

Vorteile der Eigenbluttherapie

Die Eigenblutpräparate wartet mit diesen Vorteilen auf:

  • Es kommen keine weiteren Stoffe (wie Blutgerinnungsmittel), sondern nur Eigenblut, zum Einsatz. Somit können die natürlicherweise im Blut vorkommenden Wachstumsfaktoren ihre Wirkung vollständig entfalten.
  • Da es sich um ein körpereigenes Biomaterial handelt, kommt es zu keinen Abstoßungsreaktionen.
  • Allein durch die unkomplizierte Methode der Zentrifugation entsteht eine feste oder flüssige Phase, die beispielsweise zur Injektion dient.
  • Diese Methode verspricht weniger Schwellungen und Schmerzen nach einem Eingriff. Außerdem soll die Methode das Infektionsrisiko besonders gering halten.
  • Es handelt sich um eine schnelle und auch kostengünstige Methode.
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